Viele von uns kennen diesen und ähnliche Sätze sicher aus der Kindheit und Jugend. Geduld gilt als Tugend und tugendhafte Menschen werden belohnt. Tatsächlich sind ähnliche Auffassungen auch in der Erwachsenenwelt und insbesondere im Berufsleben vertreten. Wer hart und ehrlich arbeitet, wird vom Schicksal bedacht.

Diese, auf den ersten Blick fatalistische Vorstellung entspricht freilich nicht dem ansonsten weit verbreiteten Unternehmergeist, der eigenverantwortliches Handeln und Initiative predigt – und von Geduld meist entsprechend wenig hält, wenn es um das Verfolgen von Zielen geht. Dabei müssen sich diese beiden Sichtweisen gar nicht immer widersprechen. Das „Alles kommt im richtigen Moment zu Dir – übe Dich in Geduld“ beinhaltet auch einen interessanten Aspekt, der durchaus mehr Berücksichtigung finden könnte.

Manchmal hat Geduld auch weniger mit „Schicksal“ zu tun, als man denkt, sondern mehr mit sinnvoller Planung. Natürlich soll man sich nicht einfach hinsetzen und warten…dann passiert meist ziemlich wenig. Aber ein geduldiges Daraufhinarbeiten und ein planvolles Vorgehen machen sich in der Regel bezahlt. Kundinnen und Kunden, ebenso wie Geschäftspartner und -partnerinnen, wird es nicht entgehen, wenn man ein solides Fundament errichtet, das sich der Qualität und anderen Dingen verschrieben hat, die Zeit brauchen.

Die Ungeduld, die häufig in einem überstürzten, unüberlegten Vorgehen und unausgereiften Konzepten Ausdruck findet, ist meist ein schlechter Ratgeber. Was nicht bedeutet, dass manchmal auch schnelle Entscheidungen getroffen werden müssen. Aber so ist das Leben und die Geschäftswelt: komplex und nicht auf einen Ratschlag herunterzubrechen. Wenn ich mich aber für einen der hier genannten entscheiden müsste, würde ich die Geduld wählen, die ein bewährter Ratgeber und Begleiter ist – im aktiven und tätigen, nicht fatalistischen Sinne.

„Hab Geduld: Alles kommt im richtigen Moment“
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